Pflege und Gesundheit

Pflege und Gesundheit im Unterallgäu: für eine Versorgung, die trägt 

Das Unterallgäu verfügt mit dem Klinikverbund Allgäu über eine stabile und leistungsfähige Krankenhausstruktur. Die größten Herausforderungen liegen jedoch im ambulanten Bereich: der zunehmende Mangel an Haus- und Fachärzt*innen, die Belastung pflegender Angehöriger und die Integration internationaler Pflegekräfte. Gleichzeitig steigt der Beratungsbedarf von Familien, älteren Menschen und Pflegebedürftigen. 

Unser Ziel ist ein Unterallgäu, in dem ambulante Versorgung, Pflegeberatung und stationäre Strukturen gemeinsam wirken, damit alle Menschen – unabhängig vom Wohnort – gut versorgt sind. Dafür wollen wir die regionalen Stärken ausbauen und die bestehenden Lücken schließen. 

1. Haus- und Facharztversorgung sichern – wohnortnah und zukunftsorientiert 

Während die Kliniken im Verbund gut aufgestellt sind, verschärft sich in vielen Gemeinden der Mangel an Hausärzt*innen. Der medizinische Nachwuchs sucht Arbeitsmodelle, die sich mit Familie und Lebensqualität vereinbaren lassen. Attraktive Praxisstandorte, gute Kinderbetreuung, flexible Betreuung von Angehörigen und eine verlässliche regionale Anbindung werden damit zu zentralen Faktoren, um die hausärztliche Versorgung im Unterallgäu langfristig zu sichern. Genau hier muss kommunale Unterstützung ansetzen. 

Wir setzen uns ein für: 

  • attraktive Praxisstandorte im ländlichen Raum durch gute Erreichbarkeit, familienfreundliche Infrastruktur, Kinderbetreuung in der Nähe und passende Praxisräume, damit insbesondere junge Ärztinnen wohnortnah arbeiten können. 
  • regionale Versorgungszentren (MVZ) stärken in Zusammenarbeit mit Kommunen und dem Klinikverbund, um Anstellungen zu ermöglichen und Praxisnachfolgen zu erleichtern – besonders dort, wo Einzelpraxen schwer zu halten sind. 
  • Nachwuchsmediziner*innen gezielt gewinnen etwa durch Stipendienprogramme, Hospitationsmöglichkeiten, Wohnraumangebote 
  • und Kooperationen mit Hochschulen. Wichtig ist ein attraktives Gesamtpaket, das Arbeit und Familie gut vereinbar macht. 
  • digitale und mobile Versorgung ausbauen z. B. durch Telemedizin, telemedizinische Sprechstunden in Gemeinden, mobile Teams oder fachärztliche Kooperationen über digitale Plattformen. So bleiben Wege kurz und die Versorgung gesichert. 
  • engere Abstimmung im Klinikverbund damit ambulante und stationäre Angebote besser verzahnt sind und Hausarztpraxen bei Diagnostik, Notfällen und Fachfragen entlastet werden. 

2. Pflege stärken – durch Beratung, Regionalität und gute Arbeitsbedingungen 

Pflege findet nicht nur im Heim oder Krankenhaus statt, sondern vor allem zu Hause. Der Pflegestützpunkt Unterallgäu leistet hier wertvolle Arbeit – und den wollen wir weiter ausbauen. 

Wir wollen: 

  • den Pflegestützpunkt Unterallgäu personell und fachlich stärken, damit Beratung schneller, umfassender und wohnortnäher erfolgen kann – inklusive mobiler Beratungsteams. 
  • Pflegestrukturen im Quartier fördern, durch generationenübergreifende Wohnformen, gemeinschaftliche Pflege- Wohngemeinschaften und lokale Unterstützungsnetzwerke. 
  • pflegende Angehörige entlasten, über niedrigschwellige Tagespflegeangebote, flexible Kurzzeitpflege und wohnortnahe Entlastungsdienste. 
  • bessere Rahmenbedingungen für Pflegekräfte, Durch die Unterstützung flexibler Arbeitsmodelle, die Koordination regionaler Fortbildungen und die Stärkung von Beratungs- und Entlastungsangeboten. 

3. Internationale Fachkräfte im Unterallgäu integrieren – menschlich, praktisch und alltagsnah 

Das Unterallgäu ist auf Pflege- und Gesundheitsfachkräfte aus dem Ausland angewiesen. Viele von ihnen stoßen jedoch auf sprachliche und kulturelle Hürden – und auf die Herausforderung, in einer ländlichen Region ein neues Leben aufzubauen. 

Wir setzen uns ein für: 

  • schnelle, transparente Anerkennungsverfahren und eine effektive Begleitung durch Landkreis, Pflegestützpunkt und Arbeitgeber. 
  • „Dialekt- und Alltagskurse“ speziell für Pflegekräfte, damit wichtige Alltagssprache, Patientennähe und Teamkommunikation leichter gelingen. 
  • Willkommens- und Integrationsangebote für das Leben außerhalb der Arbeit, z. B. Unterstützung bei Wohnungssuche, Freizeitgestaltung, Vereinskontakten und Familienintegration. 
  • interkulturelle Fortbildungen für Einrichtungen, Praxisnahe interkulturelle Schulungen, die Pflegekräften helfen, kulturelle Missverständnisse zu vermeiden und den Umgang mit vielfältigen Teams und Patient*innen zu stärken. 
  • kommunale Netzwerkstellen für internationale Pflegekräfte, die beratend zur Seite stehen und als Schnittstelle zwischen Einrichtungen, Landratsamt und Gemeinden fungieren. 

4. Ein Unterallgäu, das zusammenhält – Pflege als Gemeinschaftsaufgabe 

Eine stabile Gesundheitsversorgung gelingt, wenn sie von vielen Schultern getragen wird: von Angehörigen, Ehrenamtlichen, professionellen Diensten und kommunalen Strukturen. Wir möchten, dass dieser Zusammenhalt im Unterallgäu sichtbarer und stärker wird. 

Wir setzen uns ein für: 

  • mehr Unterstützung für Nachbarschaftshilfen und Ehrenamtsnetzwerke, die Pflegebedürftigen im Alltag helfen und pflegende Angehörige entlasten. 
  • Pflegekompetenzen früh vermitteln, z. B. durch Angebote zu Erster Hilfe, Demenzsensibilität und sozialem Engagement. 
  • barrierearme Informationen und digitale Zugänge, damit alle Bürger*innen schnell und unkompliziert Unterstützung finden. 

UNSER VERSPRECHEN: EIN UNTERALLGÄU, DAS GUT VERSORGT, ZUGEWANDT UND SOLIDARISCH BLEIBT 

Wir wollen ein Gesundheitssystem, das zu den Stärken unserer Region passt: verlässlich, modern und menschlich. Ein Unterallgäu, das Fachkräfte willkommen heißt, pflegende Angehörige unterstützt und die medizinische Versorgung überall im Landkreis stärkt – das ist unser Anspruch. Denn eine Region, die sich um ihre Schwächsten kümmert, schafft Zukunft für alle.