Energie und Landwirtschaft im Unterallgäu: Klimaschutz, der unsere Region stärkt
Das Unterallgäu ist geprägt von starken landwirtschaftlichen Familienbetrieben und einer hohen Eigenproduktion erneuerbarer Energie. Mit dem Regionalwerk haben wir bereits ein wichtiges Instrument, um Projekte im Bereich Solar, Wind und Wärme gemeinsam mit den Kommunen voranzubringen. Unser Ziel ist ein Unterallgäu, das energieautark, regional verankert und sozial gerecht wird – und gleichzeitig seine bäuerlichen Strukturen stärkt.
1. Landwirtschaft als Partnerin im Klimaschutz
Unsere Landwirtschaft ist ein zentraler Baustein der Energiewende: Sie bewirtschaftet Böden, produziert Lebensmittel und kann klimafreundliche Energie erzeugen. Wir wollen sie darin unterstützen, Zukunft und Tradition zu verbinden.
Wir setzen uns ein für:
- Humusaufbau und bodenschonende Bewirtschaftung, durch Förderungen für Zwischenfrüchte, vielfältige Fruchtfolgen und reduzierten Einsatz von Pflanzenschutz.
- mehr Agroforstsysteme und Heckenstrukturen, um CO₂ zu binden, die Artenvielfalt zu stärken und die Landschaft zu erhalten.
- Agri-Photovoltaik sinnvoll ausbauen, sodass landwirtschaftliche Nutzung und Energieproduktion parallel möglich sind – mit klaren Naturschutzstandards.
- Biogas als regionalen Flexibilitätsbaustein stärken, insbesondere auf Basis von Reststoffen und Gülle statt zusätzlicher Energiepflanzen.
- regionale Verarbeitung und Vermarktung fördern, damit mehr Wertschöpfung bei den Betrieben bleibt – z. B. bei Milch, Fleisch, Gemüse oder Getreide.
Unser Ziel: Landwirtschaft im Unterallgäu bleibt wirtschaftlich stark und wird zum aktiven Klimaschützer.
2. Sonne, Wind, Wärme: Das Unterallgäu macht sich unabhängiger – durch das Regionalnalwerk
Mit dem Regionalwerk verfügt das Unterallgäu bereits über einen starken, kommunalen Partner für die Energiewende. Diese Struktur wollen wir gezielt ausbauen, um Investitionen, Planung und Wertschöpfung in der Region zu halten.
Wir wollen:
- den Ausbau von Solar- und Windenergie über das Regionalwerk beschleunigen, sodass Kommunen, Bürgerinnen und Landwirtinnen gemeinsam profitieren.
- Dachflächen stärker nutzen, insbesondere kommunale Gebäude, Gewerbehallen und landwirtschaftliche Nebengebäude – unterstützt durch standardisierte Angebote des Regionalwerks.
- Wärmenetze in Gemeinden aufbauen, wo es wirtschaftlich sinnvoll ist – unter Nutzung von Biogas, Abwärme, Solarthermie oder Wärmepumpensystemen.
- regionale Strom- und Wärmespeicher mit dem Regionalwerk entwickeln, z. B. Quartiersspeicher, um Stromspitzen lokal auszubalancieren.
- Bürgerbeteiligungsmodelle über das Regionalwerk stärken, damit die Gewinne aus erneuerbaren Anlagen im Landkreis bleiben und Akzeptanz gefördert wird.
Unser Anspruch: Das Regionalwerk wird zum zentralen Motor der kommunalen Energiewende im Unterallgäu.
3. Regionale Wertschöpfung sichern – Energie und Landwirtschaft als Zukunftsbranchen
Die Verbindung von Landwirtschaft, Energie und Handwerk schafft bereits heute Arbeitsplätze im Unterallgäu. Dieses Potenzial wollen wir strukturiert weiterentwickeln.
Wir setzen uns ein für:
- eine regionale Koordinierungsplattform „Klimawende Unterallgäu“, die Landwirtschaft, Handwerk, Energieunternehmen, Gemeinden und das Regionalwerk vernetzt.
- Aus- und Weiterbildung in Zukunftsberufen stärken, z. B. Solartechnik, Energieberatung, ökologische Landwirtschaft, Wärmesysteme oder Kreislaufwirtschaft.
- Handwerksbetriebe unterstützen, durch praxisnahe Beratung zum Energiesparen, zur Elektrifizierung und zur Nutzung regionaler Förderprogramme.
- Pilotprojekte für ländliche Wärmenetze und Energieverbünde, in enger Kooperation mit dem Regionalwerk.
Das Ziel: Die Energiewende wird zum Wettbewerbsvorteil für den Wirtschaftsstandort Unterallgäu.
4. Energie, die alle entlastet – sozial, effizient und fair
Klimaschutz darf keine Frage des Einkommens sein. Deshalb setzen wir auf Maßnahmen, die Haushalte, Vereine und Betriebe entlasten und Umstellungen erleichtern.
Wir wollen:
- Energieberatung ausbauen, insbesondere für Haushalte mit geringem Einkommen sowie für Bestandsgebäude.
- Unterstützung für Balkonkraftwerke, damit auch Mieter*innen und kleinere Haushalte an der Energiewende teilhaben.
- Kommunale Wärmeplanung konsequent umsetzen, damit jede Gemeinde frühzeitig weiß, welche Heiztechnologien Zukunft haben und welche nicht.
- Mieterstrommodelle fördern, zusammen mit dem Regionalwerk – damit Solaranlagen auf Mehrfamilienhäusern allen zugutekommen.
- transparente Energiepreise bei kommunalen Anbietern, um Familien, Vereinen und kleinen Betrieben Planungssicherheit zu geben.
Ein klimafreundliches Unterallgäu ist nicht nur ökologisch sinnvoll – es ist auch wirtschaftlich klug.
UNSER VERSPRECHEN: EIN UNTERALLGÄU MIT ENERGIE FÜR DIE ZUKUNFT
Wir wollen einen Landkreis, der die Kraft der Sonne, des Windes und der Landwirtschaft nutzt, um unabhängig und stark zu bleiben. Ein Unterallgäu, in dem das Regionalwerk Klimaschutz voranbringt, Landwirtschaft Zukunft findet und Energie für alle bezahlbar bleibt. Ein Unterallgäu, das Verantwortung übernimmt – und seine Chancen nutzt.
Schlusswort
Das Unterallgäu steht vor großen Aufgaben und vor ebenso großen Chancen.
Dieses Wahlprogramm zeigt, wie wir unsere Region gemeinsam weiterentwickeln wollen: sozial gerecht, ökologisch verantwortungsvoll und mit konstruktivem und erfahrenem Blick für die Realität im ländlichen Raum.
Uns leitet die Überzeugung, dass gute Politik verbindet. Menschen und Generationen. Stadt und Land. Wirtschaftliche Stärke und sozialen Zusammenhalt.
Wir wollen ein Unterallgäu, in dem Pflege und Gesundheitsversorgung verlässlich sind, Mobilität Wege öffnet, Kinder und Jugendliche echte Chancen haben, Arbeit Sinn stiftet und Klimaschutz als gemeinsame Aufgabe verstanden wird.
Dieses Programm ist eine Einladung: zum Mitdenken, zum Mitgestalten und zum gemeinsamen Handeln. Für ein Unterallgäu mit Zukunft.