Zukunftsstandort Unterallgäu

Zukunftsstandort Unterallgäu: Lebensraum, Arbeitsort und Heimat 

Das Unterallgäu ist eine starke Region: lebenswerte Gemeinden, aktive Vereine, engagierte Unternehmen, eine Landschaft, die Menschen anzieht. Doch dieser Erfolg bringt neue Herausforderungen: steigende Wohnkosten, leerstehende Ortskerne, Fachkräftemangel und der Druck, wirtschaftlich wie ökologisch umzusteuern. Unser Ziel ist ein Unterallgäu, das Heimat für alle bleibt – bezahlbar, lebendig und zukunftsfähig. Ein Landkreis, in dem Arbeit Sinn stiftet, Begegnung möglich ist und regionale Wirtschaftskraft gestärkt wird. Das Unterallgäu ist wirtschaftlich und touristisch eng verflochten mit Kempten, Memmingen, dem Ostallgäu, dem Oberallgäu und den angrenzenden Regionen Schwabens. Damit Unternehmen, Beschäftigte und Gäste gleichermaßen profitieren, braucht es eine Infrastrukturpolitik, die diese Verflechtungen stärkt. Wir wollen ein regional vernetztes Allgäu, in dem Lebensqualität, Mobilität und Wirtschaftskraft Hand in Hand gehen. 

1. Lebendige Ortsmitten – Treffpunkte, die verbinden 

Viele Ortskerne im Unterallgäu stehen vor ähnlichen Herausforderungen: Leerstand, zu viel Verkehr, zu wenige Begegnungsorte. Dabei sind die Ortsmitten das Herz unserer Gemeinden – hier sollte Gemeinschaft stattfinden. 

Wir setzen uns ein für: 

  • gemeindliche „Ortskern-Dialoge“, in denen Bürger*innen, Gewerbetreibende und Vereine gemeinsam Ideen entwickeln – von Pop-up-Nutzungen über kleine Kulturangebote bis zu neuen Nahversorgungsformen. 
  • Zwischennutzung statt Leerstand, unterstützt durch ein kreisweites Beratungsangebot: Leerstehende Gebäude, Ladenflächen und Freiflächen können für Kreativprojekte, Handwerk, soziale Initiativen oder Start-ups genutzt werden, bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist. 
  • multifunktionale Nutzungen fördern, z. B. Co-Working-Spaces, Dorfläden, Büchereien, Jugendräume und Treffpunkte unter einem Dach. 
  • Mobilitätsknoten in Ortszentren stärken, damit Bus, Rad, Carsharing und Lieferdienste einfach erreichbar sind – ein Beitrag zu lebendigen und weniger verkehrsbelasteten Ortsmitten. 

Ziel ist ein Unterallgäu, dessen Ortszentren Begegnung ermöglichen und Identität stiften. 

2. Bezahlbar wohnen – für Familien, junge Menschen und Senior*innen

Die hohe Lebensqualität im Unterallgäu führt zu steigender Nachfrage – doch mit ihr wächst die Sorge, dass Wohnen unbezahlbar wird, besonders in tourismusnahen Gemeinden. 

Dafür setzen wir uns ein: 

  • mehr genossenschaftlichen und gemeinwohlorientierten Wohnungsbau, indem der Landkreis Gemeinden berät und Modellprojekte unterstützt – vor allem dort, wo günstiger Wohnraum knapp ist. 
  • Flächen intelligent nutzen, durch Innenentwicklung, Aufstockungen und Umnutzung bestehender Gebäude statt weiterer Zersiedelung. 
  • Unterkünfte für Auszubildende und Fachkräfte fördern, etwa in Kooperation mit Unternehmen, Pflegeeinrichtungen und Schulen. 
  • touristische Übernutzung begrenzen, indem Gemeinden unterstützt werden, Ferienwohnungen zu regulieren, Dauerwohnen zu sichern und saisonalen Leerstand zu reduzieren. 
  • „Wohnen für Hilfe“-Modelle erleichtern, damit ältere Menschen und junge Menschen gemeinsam profitieren: Wohnraum gegen Unterstützung im Alltag. 
  • Wohnraum dort schaffen, wo regionale Verbindungen bestehen, besonders in Orten mit guter Erreichbarkeit der Nachbarlandkreise. So bleiben Arbeitswege kurz und regionale Arbeitsmärkte stark. 

Unser Ziel: Wohnen im Unterallgäu bleibt bezahlbar – für alle Generationen und Lebenslagen. 

3. Regionale Wirtschaft stärken – nachhaltig, innovativ und krisenfest 

Das Unterallgäu lebt von seinem starken Mittelstand, seinem Handwerk, der Landwirtschaft und vielen innovativen Kleinbetrieben. Um diese Stärke zu erhalten, braucht es regionale Wertschöpfung und eine aktive Wirtschaftsförderung.

Wir wollen: 

  • neue Formen der Gründungsförderung, besonders für nachhaltige Start-ups, soziale Unternehmen und klimafreundliche Technologien – mit Beratung, Netzwerken und Anschubfinanzierung. 
  • regionale Kreisläufe schließen, etwa in der Landwirtschaft, im Bauwesen oder bei erneuerbaren Energien. Produkte sollen dort verarbeitet werden, wo sie entstehen. 
  • Unterstützung für kleine und mittlere Betriebe, durch Energieberatung, Digitalisierungshilfen und Fachkräftesicherung – in Zusammenarbeit mit Kammern, Schulen und Hochschulen. 
  • Kooperation von Wirtschaft und Berufsschulen stärken, um Ausbildungen attraktiver zu machen und jungen Menschen Perspektiven im Unterallgäu zu bieten. 
  • Innovationen sichtbar machen, z. B. durch ein „Forum Zukunft Unterallgäu“ für nachhaltige Unternehmen und regionale Projekte. 
  • Wirtschaftsräume im Allgäu vernetzen, indem wir Gewerbestandorte, Berufsschulen, Innovationseinrichtungen und Unternehmen besser miteinander verbinden – besonders entlang der Verkehrsachsen zu Kempten, Memmingen, Kaufbeuren und ins Oberallgäu. 
  • gemeinsame Tourismusentwicklung stärken, etwa über Allgäu GmbH und regionale Kooperationen, damit Gäste das Allgäu als einen Wirtschafts- und Kulturraum erleben und bereisen. 
  • ÖPNV und Radnetz als Standortfaktoren begreifen, denn gute Erreichbarkeit entscheidet mit darüber, ob Betriebe Fachkräfte gewinnen und Tourismusorte attraktiv bleiben. 

So entsteht ein Wirtschaftsstandort, der auf Klimaschutz setzt, Menschen gute Arbeit bietet und langfristig erfolgreich bleibt. 

4. Arbeit und Leben verbinden – kurze Wege, gute Ideen 

Der Arbeitsmarkt verändert sich: Homeoffice, digitale Zusammenarbeit und flexible Arbeitszeiten werden zum Standard. Der ländliche Raum kann davon profitieren – wenn wir die Strukturen schaffen. 

Wir schlagen vor: 

  • Co-Working-Angebote im ländlichen Raum ausbauen, in Zusammenarbeit mit Gemeinden, Unternehmen und Vereinen – für kürzere Wege und mehr Lebensqualität. 
  • Breitband und Mobilfunk flächendeckend sichern, damit digitales Arbeiten überall im Unterallgäu möglich ist. 
  • Mobilitätsangebote für Pendler*innen verbessern, etwa durch Jobtickets, gute Busanbindung und sichere Radverbindungen. 
  • Flexible Arbeitszeitmodelle fördern, indem wir Unternehmen unterstützen, lebensphasenorientierte Arbeitszeitkonzepte umzusetzen. 
  • regionale Arbeitgeber sichtbarer machen, damit junge Menschen wissen, welche guten Jobs es direkt vor der Haustür gibt. 

Ein Unterallgäu, in dem Wohnen und Arbeiten wieder näher zusammenrücken, ist familienfreundlicher, klimafreundlicher und attraktiver. 

UNSER VERSPRECHEN: EIN LEBENSWERTES UNTERALLGÄU MIT ZUKUNFT 

Wir wollen einen Landkreis, der lebendige Ortskerne hat, bezahlbares Wohnen ermöglicht, regionale Betriebe stärkt und moderne Arbeitsformen unterstützt. Ein Unterallgäu, das zusammenhält – als Lebensraum, Arbeitsort und Zukunftsregion.