Türkheim bereitet sich auf die nächste Hitzewelle vor: Die grünen Gemeinderätinnen haben gemeinsam mit Unterstützer*innen aus anderen Fraktionen einen Antrag eingebracht, der eine Klausurtagung des Marktgemeinderats und die Erstellung eines umfassenden Hitzeaktionsplans fordert. Anlass sind die jüngsten, langanhaltenden Hitzeperioden mit Temperaturen deutlich über 30 Grad, die nach Auffassung der Antragsteller*innen Mensch, Tier und Natur gleichermaßen belasten und künftig häufiger zu erwarten sind.
Im Antrag wird gefordert, dass der Marktgemeinderat die Erstellung eines Hitzeaktionsplans mit kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen beschließt. Die Verfasser*innen machen deutlich, dass ein solcher Plan notwendig ist, damit die Gemeinde auf die nächste Hitzewelle vorbereitet sei und gesundheitlich beeinträchtigte Menschen im Ernstfall schnelle Hilfe erhalten könnten. Ziel ist es, in den kommenden sechs bis neun Monaten eine Klausurtagung durchzuführen, in der ein Maßnahmenkatalog erarbeitet und priorisiert werden soll.
Der Antrag skizziert mehrere Handlungsfelder als mögliche Ansatzpunkte:
- Schutzmaßnahmen für besonders gefährdete Menschen wie Kinder, Senior*innen, Kranke und Menschen mit Behinderung
- bauliche Anpassungen an kommunalen Gebäuden sowie entsprechende Festschreibungen in Bebauungsplänen
- ein aktives Baummanagement und die Pflege öffentlicher Grünflächen
- Entsiegelungs- und schattenspendende Maßnahmen im öffentlichen Raum
- Wassermanagement für Extremsituationen, das Trinkwasserversorgung, Nutzungsregeln und temporäre Kühlangebote umfasst
Die Begründung des Antrags verweist auf wissenschaftliche Prognosen, nach denen Hitzewellen in Europa in den nächsten Jahren zunehmen werden, und auf bereits ergriffene Maßnahmen in benachbarten Städten und Gemeinden. Aus Sicht der Initiator*innen ist ein lokaler Strategieplan nicht nur eine Frage des Gesundheitsschutzes, sondern auch der Sicherung von Energie‑ und Wasserversorgung, Mobilität, Handel sowie des sozialen Zusammenhalts.
Die Initiative hat parteiübergreifende Unterstützung erhalten: Neben den Grünen haben mehrere Gemeinderät*innen anderer Fraktionen den Antrag unterzeichnet oder ihre Zustimmung signalisiert. Die breite Unterstützung des Antrags zeigt, dass sich der Gemeinderat des Themas bewusst ist und dieses aktiv angehen will. Der nächste Schritt wäre die systematische Sammlung bewährter Musterpläne, Checklisten und Konzepte, um daraus einen auf Türkheim zugeschnittenen Maßnahmenkatalog zu entwickeln. Ziel ist, Türkheim widerstandsfähiger gegen die Folgen des Klimawandels zu machen und die Gesundheit sowie Lebensqualität vor Ort langfristig zu sichern.